• Birte Stehle

Warum Keto - Teil 2


Kennst du das Gefühl nach einem Teller Pasta, dich aufs Sofa fletzen zu wollen und nichts geht mehr? Selbst denken fällt schwer? Ich habe eine zeitlang mit Schülern gearbeitet und stellte immer wieder fest: Das aktuelle Pausenbrot aus Kindermilchschnitte, Knobbers und Co macht einerseits völlig überdrehte Kinder, die im Unterricht kaum zu bändigen sind UND sie können sich nicht eine Schulstunde lang konzentrieren, das ist einfach zu viel. Sie erscheinen wie auf Drogen, hören nicht zu und haben Mühe einfache Arbeitsaufträge für länger als 10 Minuten konzentriert zu erledigen. Sicherlich spielen hier mehrere Faktoren zusammen doch ich habe es immer wieder beobachtet und war wirklich verblüfft. In einer Klasse besteht Süßigkeitsverbot und es sind auch keine Softgetränke wie "Capri Mond" erlaubt, in der anderen Klasse gibt es keine Vorgaben. Wo bin ich lieber? ...

Komme ich zurück auf die Vorteile von Keto. Denn Keto ist Gehirnnahrung! Gehirnzellen bestehen, wenn du vom Wasseranteil absiehst, fast ausschließlich aus Proteinen und Fett. Viele Gehirnbotenstoffe (Neurotransmitter) werden aus Bestandteilen gebildet, die dein Körper nicht selber herstellen kann. Er muss sie mit der Nahrung aufnehmen. Dazu zählt z.B. die Aminosäure Tyrosin, spezielle Vitamine und Mineralstoffe. Die benötigten Fette für deine Gehirnzellen sind vor allem Omega-3-Fettsäuren. Außerdem werden proteinreiche Lebensmittel benötigt, die die o.g. Aminosäure Tyrosin enthalten. Hinzu kommen Vitmamin B6, Vitamin B12, Vitamin C und Folsäure, sowie die Mineralstoffe Magnesium und Kupfer.

Die richtige Power erhält dein Gehirn von den in der Leber gebildeten Ketonkörpern. Ketonkörper sind die Energietankstelle für dein Gehirn. Nein, es ist nicht Zucker, auch wenn das sogar namenhafte Professoren immer wieder behaupten. Ich selbst habe eine medizinische Grundausbildung und weiß, dass von Ketonkörpern nur immer am Rande was in den Büchern steht, also verzeih deinem Prof, wenn er nur aus der Standardliteratur doziert.

Exkurs: Was sind Ketonkörper?

Ketonkörper sind kleine Bausteine, Moleküle, die in der Leber aus Fettsäuren gebildet werden und als Energieträger dienen. Und dein Gehirn, die Muskulatur sowie Gewebe können die Ketonkörper abbauen und die freiwerdende Energie für sich nutzen. Wenn durch deine Ketoernährung nun vermehrt Ketonkörper in deinem Blut schwimmen, nennen wir diesen Stoffwechselzustand Ketose. Du bist immer dann in der Ketose, wenn dein Ketonkörperspiegel im Blut höher als der Normwert ist. Ich reagiere bei dem Wort Normwert immer etwas allergisch, denn als alte Labormaus kann ich berichten, das Normwerte ja nur einen statischen Wert angeben. Also der Wert, den eine durchmischte Otto-Normalverbraucher-Bevölkerungsgruppe in der Regel aufweist. Und was Herr und Frau Otto-Normalverbraucher seinen Kindern mit in die Schule gibt, habe ich oft genug gesehen und das will ich nicht essen!!! Aber bis gestern gehörtest du ja auch zu dieser Gruppe und deswegen erhältst du von mir natürlich auch die Info, was so dein Wert ungefähr bis gestern war:

< 0,2 mmol/l keine Ketose, also dein Normwert (bis gestern ;o)) )

0,2-0,5 mmol/l leichte Ketose

0,5-3,0 mmol/l Ketose, die du durch die Ernährung erreichst

3,0-6,0 mmol/l Ketose durch strenge Ketonahrung, Fasten und Zugabe von MCT-Öl

Die Maßeinheit mmol/l (=Millimol pro Liter) ist eine gängige Einheit mit der im Labor Mengenangaben gemacht werden, vergleichbar mit Milligramm oder Gramm, die du aus den Kochrezepten kennst.

Wie kannst du das nun messen und damit deinen Stoffwechsel kontrollieren?

Wenn du ab heute durchstarten und wieder anfangen willst dich ketogen zu ernähren, empfehle ich deine Ketone zu messen, damit du ein Gefühl für deinen Körper bekommst und siehst, wie er mit Nahrung umgeht. Wenn du länger ketogen lebst und nur phasenweise mal wie Frau Otto-Normalverbraucher zu den Kohlenhydraten greifst, merkst du auch ohne Messung, wie es sich anfühlt. Es gibt unterschiedliche Wege, deinen Erfolg zu messen und ich erkläre dir hier die für mich alltagstauglichste Variante, die Messung im Urin. Sie ist nicht nur die günstigste Variante sondern für mich auch die praktischste. In der Apotheke kannst du Ketostix kaufen und dann mit etwas Geschicklichkeit draufpinkeln. Das aufgeklebte Indikatorpapier verfärbt sich daraufhin von hautfarben bis hin zu dunkellila. Auf der Ketostixdose kannst du durch Anhalten deines Streifens nun über den Vergleich der Farbe ablesen, wieviele Ketonkörper du ausscheidest. Diese Methode hat den einschränkenden Charakter, dass du natürlich nur die Ketonkörper misst, die dein Körper ausscheidet und je besser dein Körper Ketonkörper zur Energiegewinnung nutzt, desto weniger scheidest du aus. Wenn du allerdings von Anbeginn an misst, wirst du genau diesen Verlauf bemerken: Erst starker Anstieg und dann wiederum leichter Abfall. Zeit zum Jubeln, dein Körper hat sich umgestellt und du kannst eigentlich aufhören zu messen, du hast das Prinzip verstanden. (Vorausgesetzt du ernährst dich Keto: Wenn du nach deinem Erdbeerkuchen-Ausrutscher aus der Ketose fällst, ist das auch eine Erklärung. Aber das ist sowieso klar, oder?).

Entstehen Ketonkörper nur in der Zeit des Kohlenhydratmangels? Ja, das ist so. Und wie oben erwähnt, haben sogar Kohlenhydratjunkies in der Nacht eine Chance mal Ketonkörper zu bilden, das ist auch wichtig, da dein Gehirn und deine Muskulatur diese dann als Energiequelle nutzen. Ketonkörper sind aber mehr als nur der Retter in Zeiten des Kohlenhydratmangels. Da sie aus Fettsäuren gebildet werden und bei wenig Kohlenhydratzufuhr dein Glukagon freundlicherweise die Fettzellen öffnet und damit Fettsäuren zur Verfügung stellt, fällst du nicht mehr in diese ferngesteuerten Löcher am Tag. (Du kennst sie: dein Konzentrationsloch am Vormittag was dich wie ein Autopilot zum Bonbon greifen lässt, dein Pastakoma am Nachmittag, was dich auf die Coach zwingt und das unruhige hin-und-herlaufen wie ein Eichhörnchen, wenn nichts da ist. Dein ganzer Fokus, deine ganze Gehirnaktion ist auf Nahrungssuche ausgerichtet und alles andere wird zur Nebensache). Bei Keto passiert dir das nicht, denn dein Gehirn hat durch die geöffneten Schleusen Fettsäuren wie im Schlaraffenland zur Verfügung und kann damit jederzeit Energie bilden und ist so folgerichtig den ganzen Tag einsatzbereit.

Willst du dieses Glück auch haben? Es ist ein Baustein in meinem Ernährungskasten zur glücklichen Leichtigkeit, die dich aus deinem aufgeregten Hamsterrad herausholt. Der 5%-Baustein, der dir die Technik zum Schlanksein vermittelt. Viel Spaß dabei!

Ganz liebe Grüße, Deine Birte


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