• Birte Stehle

Wer darf nicht Keto?


Bitte lies diesen Blog bevor du mit Keto einsteigst, denn es gibt wenige Menschen, für die ist diese Ernährungsform nicht geeignet. Ich habe selbst so einen "Fall" bei mir am Tisch sitzen, deshalb ist es mir so wichtig, dass du gut informiert bist, bevor du mit Keto durchstartest.

Du lernst hier eine wundervolle Ernährungsweise kennen, die große Wirkung in vielen Bereichen deines Lebens nach sich ziehen kann. Als gesunder Mensch ist es überhaupt kein Problem, deinen Stoffwechsel darauf umzustellen. Es können am Anfang ein paar Nebenwirkungen auftreten, die du vielleicht als unangenhem empfindest. Manche Menschen reagieren zum Beispiel mit Kopfschmerzen, wenn sie ihren Körper von Zucker befreien, Das Gehirn kommt quasi auf Zuckerentzug und zeigt dies mit Kopfweh. Da in der Umstellungsphase dein Körper gar nicht so genau weiß wie das noch mit der Energiegewinnung aus Fett funktioniert, klappt das nicht so gut. Dann bist du energetisch natürlich unterversorgt und fühlst dich echt schlapp und etwas dösig im Kopf. Das sind jedoch normale Anzeichen in der Umstellungsphase, da musst du einmal durch und lass dir dabei gerne von mir helfen!

Es gibt jedoch auch Personenkreise, für die ist Keto nichts. Meine Tochter hat bspw. einen Gendefekt, der sich Glukogenose nennt. Ihr fehlt ein Enzym, was dafür sorgt, dass bei Blutzuckerabfall über die Glukoneogenese aus dem Kohlenhydratspeicher Kohlenhydrate zur Verfügung gestellt werden und damit der Blutzuckerspiegel relativ konstant bleibt. Das hat zur Folge, dass sie ständig in den Unterzucker rauscht, wenn es keine Kohlenhydrate gibt. Und wenn es zuviel gibt (Kindergeburtstag lässt grüßen), landet alles fein in der Leber und kommt da nicht mehr raus. Dies führt zur Leberverfettung (nichtalkoholische Fettleber) und als Spätfolge je nach Schädigung zur Leberzirrhose. Was würde passieren, wenn wir ihr keine Kohlenhydrate geben und darauf bauen, dass die Ketonkörper es schon regeln? Genau: sie rutscht in den Unterzucker und zwar massiv. Ich habe Zeiten erlebt, als wir diesen Gendefekt gerade entdeckten, da war sie knapp ein Jahr alt, da lag ihr Blutzucker morgens bei unter 40 mg/dl. Wow, da bist du und ich bereits im Koma, ich war froh, dass sie das überlebt hat!

Also: Wenn du eine Stoffwechselerkrankung hast, die den Stoffwechselweg der Ketogenese ODER Glukogenese betrifft, lasse die Finger von Keto, bitte! Und keine Sorge, solche Erkrankungen werden in den Screenings bereits im Kindesalter festgestellt, du weißt das, wenn du betroffen bist bevor du das hier lesen kannst!

Alle Menschen mit anderen Vorerkrankungen mögen bitte bedenken, dass sich meine Empfehlungen hier an gesunde Menschen richten. Es wäre deshalb sinnvoll den Arzt deines Vertrauens zur Rate zu ziehen, wobei ich da leider auch ein paar Einschränkungen machen möchte. Es gibt nicht viele Ärzte, die für diese Ernährungsweise offen sind. Nicht weil sie sie doof finden sondern weil sie immer noch zu wenig davon wissen. Da ich viele Jahre mit einem Ernährungsmediziner verheiratet war, weiß ich das aus unserem Umfeld nur zu gut: Wir waren immer die "Ernährungs-Freaks". Wenn du also unsicher bist, ob diese Form der Ernährung für dich geeignet ist, schreib mich unbedingt an, lass uns einmal drüber sprechen!

Typ-1-Diabetiker profitieren selbstverständlich auch von dieser Form der Ernährung. Dennoch möchte ich dich bitten, mit deinem Internisten darüber zu sprechen, damit du mit deiner Insulindosis exakt eingestellt wirst. Heutzutage haben bereits viele einen Chip im Unterhautfettgewbe, das hilft dir die Vorgänge in deinem Zuckerhaushalt zu beobachten und gut zu kontrollieren.

Ich selbst hatte jahrelang eine Schilddrüsenunterfunktion. Insbesondere bei einem hohen Stresslevel und damit einhergehenden hohen Cortisolspiegeln führt dies zu einer Nebennierenschwäche. Das ist zwar kein Hinderungsgrund aber für dich habe ich die Empfehlung, dich etwas langsamer an die Ketoernährung heranzutasten und die Kohlenhydrate nicht von heute auf morgen radikal zu senken. Du bist sowieso schon immer in randnaher Erschöpfung und das haut dir dann die Füße weg. Sei liebevoll mit dir und gönne dir etwas mehr Zeit. Ja, und ich weiß, dass gerade du als Stresstyp die Ungeduld pur bist und das jetzt gerne überlesen möchtest. Mach wie du meinst, ich wünsche dir gerade in diesem Punkt eine gehörige Portion Selbstachtsamkeit. Oder melde dich bei mir, mit einem Coach an deiner Seite bist du sowieso viel stärker gewappnet...

Und nun: wenn du alles gelesen und VERSTANDEN hast, dürfen diejenigen einsteigen, die hier nicht betroffen sind. Alle anderen schicken mir besser eine E-Mail ;o))

Guten Start und liebe Grüße,

Deine Birte


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